Ausbildung: Finanzielle Belastungen

Für Auszubildende und Studenten in Europa kommen viele finanzielle Belastungen während der Ausbildungszeit zustande. Zum Einen fallen die Studien – oder Schulgebühren an, außerdem die Kosten für die Lehrmaterialien sowie für Unterkunft und Verpflegung. Zum Anderen sind  Studenten und Auszubildende auch nicht vor weiteren Kosten geschützt, wie etwa dem Zusatzbeitrag für Krankenkassen oder den Rundfunkgebühren. Gerade was den Zusatzbeitrag der Krankenversicherung angeht, sind viele empört und wechseln deshalb auch ihre Krankenkassen. Doch wie kam es eigentlich dazu und was sind die Folgen dieser Erhöhung?

Zusatzbeiträge bei den Krankenkassen wurden eingeführt, weil sie rote Zahlen schrieben. Dies geschah, weil die Mittel, die sie aus den Gesundheitsfonds und gleichzeitig aus den Beiträgen der Bundesbürger erhielten, nicht ausreichten, um die laufenden Kosten zu decken. Diese stiegen nämlich in den letzten Jahren, an – vor allem durch die Kosten für die Medikamente. In den letzten Monaten haben sich bereits einige Krankenkassen für eine solche zusätzliche Zahlung entschieden, die sie von ihren Versicherten fordern. Bei der BKK Merck sind es zum Beispiel 8€, die ihre Versicherten nun zusätzlich zahlen sollen.

Viele Versicherte lassen sich dies nicht gefallen – so gab es bereits 440000 Krankenkassenwechsel aufgrund der eingeführten Zusatzbeiträge. Diese Wechsel sind geschehen, weil die Versicherten ihr Sonderkündigungsrecht einsetzten, nachdem die Zusatzbeiträge erhoben wurden. Die Gewinner in dieser Angelegenheit waren die Techniker Krankenkasse, die AOK und die Barmer GEK, da diese drei Kassen derzeit keine Zusatzbeiträge von ihren Kunden verlangen. Voller Spannung wird nun beobachtet, wie sich die Dinge weiter entwickeln.

Die Krankenkassen an sich werden auch vom Bundesrechnungshof kritisiert, welcher ihnen Geldverschwendung vorwirft. Man fordert hier mehr Finanzkontrolle. Kritiker der Zusatzbeiträge der Krankenversicherung fürchten nun, dass durch diese Beiträge auch eine Kopfpauschale leichter durchgesetzt werden könnte, die jeder Bundesbürger (unabhängig vom Einkommen) zahlen müsse – also auch ein Hartz IV – Empfänger. Hat dies noch mit Gerechtigkeit zu tun? Und wo bleibt das Recht auf Gesundheit und Bildung? Kann man Studenten, Arbeitslosen und Auszubildenden diese zusätzlichen Beiträge wirklich zumuten oder wird dadurch die gesellschaftliche Wohlstands - Schere nur noch weiter geöffnet?